Tegumi

tegumi
Altes chinesisches Schriftzeichen für Tegumi

Besser gesagt Tegumi Renzoku Geiko bedeutet soviel wie: Eine Übung (Geiko) in welcher in fließender, fortlaufender Form (Renzoku) die Hände des Partners, Gegners mit denen der eigenen verbunden werden (Tegumi). Wenn man sich den Begriff Te-Gumi anschaut, entdeckt man, dass es nichts anderes ist als die vertauschte Form des Wortes Kumi-te!

Diese Urform der Kumite-Übungen leiten die Basistechniken über in Selbstverteidigungsanwendungen. In der modernen Sporttradition des Karate sind sie leider nicht mehr zu finden.

Zweimanntrainingsmethoden waren sehr häufig in den Kampfkunsttraditionen Chinas und Südostasiens zu finden. Leider zeichnete sich ab, dass auch Okinawa begann auf diese Übungen  im allgemeinen Curriculum zu verzichten, da man sich auf die modernen japanischen Trainingsmethoden einstellte.

Befasst man sich jedoch mit dem Ausspruch Shoshin Nagamines von 1990:  "Wo liegt die Verbindung zwischen Kata und Kumite?“ wird einem schnell bewusst, dass man auf die Tegumi Renzoku Geiko nicht verzichten kann, wenn man von sich behauptet, dass man authentisches, traditionelles Karate praktiziert. Motobu Choki glaubte, dass wenn man die fundamentalen Prinzipien der Selbstverteidigung verstanden hatte, war alles, was man brauchte um diese einzuüben die Tegumi-Übungen. „Wenn man Tegumi nicht versteht, wie kann man Kata verstehen?“ Choki Motobu war der festen Meinung, dass berühmte Lehrer wie Kojo Taite (1837–1917), Aragaki Seisho (1840–1920), Xie Zhongxiang alias Ryu Ruko (1852–1930), Zhou Zihe alias Shushiwa (1874–1926), Miao Xing (1881–1939), Wu Xianhui alias Gokenki (1886–1940), Tang Daiji (1887–1937), Higashionna Kanryo (1853–1917), Kyoda Juhatsu (1886–1967) und Uechi Kanbun (1877–1948) alle in ihrem Stil Übungen der verschiedensten Art unterrichteten, welche man als Tegumi Renzoku Geiko identifizieren würde.

Fragt man sich, worin die Verbindung besteht zwischen Kata und Kumite so lautet die Antwort: Bunkai (Bunseki = Analyse). Analysieren lassen sich die Techniken einer Kata jedoch nur anhand der dafür vorgesehen Tegumi Renzoku Geiko. Fehlt dieses Verbindungsglied ist es die Ausführung einer Kata wie das Singen eines Liedes in einer fremden Sprache deren Sinn man nicht versteht (Zitat von Patrick McCarthy Sensei).

Monks

 

Portrait Jörg04

Verfasser: Jörg Kuschel
E-Mail:
info@kenju-ryu.de
Homepage:
www.kenju-ryu.de